Ein Serum mit AHA, BHA oder PHA kann die Haut glatter, klarer und ebenmäßiger wirken lassen, aber nicht jede Säure passt zu jedem Hautbild. Ich erkläre, wie sich die drei Wirkstoffgruppen unterscheiden, welche Variante bei trockener, empfindlicher, fettiger oder unreiner Haut sinnvoll ist und wie du ein Peeling sicher in deine Gesichtspflege integrierst.
Die passende Säure richtet sich nach Hautziel und Hautbarriere
- AHA glättet vor allem die Hautoberfläche und unterstützt einen frischeren Teint.
- BHA ist fettlöslich und eignet sich besonders für verstopfte Poren, Mitesser und ölige Haut.
- PHA wirkt meist sanfter und ist häufig ein guter Einstieg bei empfindlicher oder trockener Haut.
- Zum Start reicht die Anwendung einmal pro Woche, später sind je nach Verträglichkeit zwei bis drei Anwendungen möglich.
- Nach jedem chemischen Peeling gehört tagsüber ein breitbandiger Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 zur Routine.

AHA, BHA und PHA arbeiten an unterschiedlichen Stellen
Alle drei Wirkstoffgruppen lösen abgestorbene Hautzellen, doch sie tun es nicht auf dieselbe Weise. Für mich ist die Unterscheidung besonders wichtig, weil ein starkes AHA-Produkt bei unreiner Haut nicht automatisch besser hilft und ein BHA-Serum trockene, empfindliche Haut schnell überfordern kann.
| Wirkstoff | Typische Beispiele | Geeignet für | Darauf achten |
|---|---|---|---|
| AHA | Glykolsäure, Milchsäure, Mandelsäure | Raue Haut, fahler Teint, Pigmentflecken, feine Trockenheitslinien | Kann bei empfindlicher Haut brennen und die Lichtempfindlichkeit erhöhen |
| BHA | Salicylsäure | Fettige Haut, Mitesser, verstopfte Poren und einzelne Unreinheiten | Kann bei zu häufiger Anwendung austrocknen oder reizen |
| PHA | Gluconolacton, Lactobionsäure | Sensible, trockene oder reifere Haut | Wirkt meist langsamer, ist aber nicht völlig reizfrei |
AHA ist wasserlöslich und wirkt überwiegend an der Oberfläche. Milchsäure bringt zusätzlich feuchtigkeitsbindende Eigenschaften mit, während Glykolsäure wegen ihrer kleinen Molekülstruktur meist intensiver empfunden wird. Mandelsäure ist häufig etwas milder und kann deshalb für den Einstieg interessant sein.
BHA ist fettlöslich und kann sich deshalb besonders gut in talgreichen Poren verteilen. Das macht Salicylsäure bei Mitessern und glänzender T-Zone sinnvoll. Sie entfernt allerdings nicht dauerhaft die Poren selbst, sondern kann sie durch weniger Talg und weniger Hornmaterial optisch feiner wirken lassen.
PHA-Moleküle sind größer und dringen langsamer ein. Dadurch fällt der Peelingeffekt oft sanfter aus, gleichzeitig können sie Feuchtigkeit binden. Das ist kein Freifahrtschein für tägliche Anwendung, aber für viele Einsteiger eine angenehmere Option.
Welche Säure zu welchem Hautbild passt
Bei trockener oder rauer Haut
Bei trockener Haut würde ich mit einem milden PHA- oder Milchsäure-Produkt beginnen. Der Wunsch nach sofort spiegelglatter Haut führt sonst schnell dazu, dass zu hoch dosiert oder zu häufig gepeelt wird. Besser ist ein langsamer Start mit anschließender Pflege, die Glycerin, Ceramide oder Panthenol enthält.
Bei fettiger Haut und verstopften Poren
Für eine ölige T-Zone, schwarze Punkte und verstopfte Poren ist BHA meist die logischste Wahl. Ein Produkt mit etwa 0,5 bis 2 Prozent Salicylsäure wird häufig als Leave-on-Pflege angeboten. Ich würde zunächst nur die T-Zone behandeln, statt das gesamte Gesicht unnötig zu belasten.
Bei fahlem Teint und ungleichmäßiger Struktur
Wirkt die Haut stumpf, rau oder uneben, kann AHA die bessere Richtung sein. Einsteigerprodukte liegen häufig im Bereich von etwa 5 Prozent, während stärkere Formulierungen nicht automatisch bessere Ergebnisse bringen. Bei Pigmentflecken braucht es außerdem Geduld und konsequenten UV-Schutz, sonst entstehen neue Verfärbungen schneller, als alte verblassen.
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Bei empfindlicher Haut
Empfindliche Haut profitiert oft von PHA, aber auch hier entscheidet der aktuelle Hautzustand. Bei Brennen, offenen Stellen, Sonnenbrand oder einem aktiven Ekzem würde ich jedes Säurepeeling pausieren. Eine gesunde Hautbarriere ist in dieser Phase wichtiger als ein schneller Glow.
So integriere ich ein Säurepeeling in die Gesichtspflege
Ich halte die Routine bewusst einfach, denn die meisten Reaktionen entstehen nicht durch einen einzelnen Wirkstoff, sondern durch zu viele aktive Produkte gleichzeitig. Vor der ersten Anwendung teste ich das Produkt an einer kleinen Stelle, zum Beispiel seitlich am Unterkiefer, und beobachte die Haut mindestens 24 Stunden.
- Das Gesicht mit einem milden, möglichst parfumarmen Reinigungsprodukt waschen.
- Die Haut vollständig trocknen lassen, weil Säuren auf feuchter Haut stärker reizen können.
- Das Peeling dünn auftragen und Augenpartie, Lippen sowie gereizte Stellen aussparen.
- Danach eine schlichte Feuchtigkeitspflege mit beruhigenden Inhaltsstoffen verwenden.
- Am nächsten Morgen einen Sonnenschutz mit mindestens LSF 30 auftragen.
Für den Anfang genügt eine Anwendung alle sieben bis zehn Tage. Wenn die Haut ruhig bleibt, kann man je nach Produkt auf zwei Anwendungen pro Woche steigern. Eine Einwirkzeit von 20 oder 30 Minuten ist bei einem Leave-on-Produkt normalerweise nicht nötig, sofern der Hersteller nichts anderes vorgibt.
Retinol, andere Peelings, stark saure Vitamin-C-Produkte und Benzoylperoxid würde ich anfangs nicht am selben Abend kombinieren. Das ist kein grundsätzliches Verbot, sondern eine praktische Vorsichtsmaßnahme, damit sich die Ursache einer Reizung noch erkennen lässt.
Die häufigsten Fehler verschlechtern das Hautbild
Der Klassiker ist die Annahme, ein Kribbeln müsse besonders wirksam sein. Brennen, anhaltende Rötung und Spannungsgefühl sind jedoch keine Qualitätsmerkmale. Sie zeigen eher, dass Konzentration, Häufigkeit oder die Kombination mit anderen Wirkstoffen nicht zur Haut passen.
- Zu häufiges Peelen: Tägliche Anwendung ist für viele Hauttypen unnötig und kann die Barriere schwächen.
- Mehrere Säuren übereinander: Ein AHA-BHA-PHA-Mix ist nicht automatisch sinnvoller als ein gezielt ausgewählter Einzelwirkstoff.
- Mechanisches Peeling zusätzlich: Bürsten, grobe Körner und Säuren erhöhen zusammen das Reizpotenzial.
- Sonnenschutz vergessen: Ohne UV-Schutz können Rötungen und Pigmentflecken sichtbarer werden.
- Auf trockener Haut zu aggressiv reinigen: Ein stark entfettender Reiniger macht selbst ein mildes Säureprodukt schwerer verträglich.
Wenn die Haut nach der Anwendung kurz leicht prickelt und sich schnell wieder beruhigt, muss das nicht problematisch sein. Hält die Reaktion jedoch mehrere Stunden an oder entstehen Schwellungen, Juckreiz und nässende Stellen, sollte das Produkt abgesetzt werden.
Wann ich auf Säuren verzichte
Bei verletzter, frisch rasierter oder sonnenverbrannter Haut hat ein Peeling nichts verloren. Auch während eines deutlichen Rosazea-Schubs, bei entzündlichen Ekzemen oder nach intensiven kosmetischen Behandlungen würde ich die Haut erst stabilisieren und die Säuren pausieren.
Starke Akne, wiederkehrende Entzündungen oder hartnäckige Pigmentveränderungen gehören ärztlich abgeklärt. Kosmetische Produkte können das Hautbild unterstützen, ersetzen aber keine Behandlung. Bei sehr hoch konzentrierten Peelings ist außerdem professionelle Anwendung sinnvoll, weil Konzentration, pH-Wert und Einwirkzeit gemeinsam über die Intensität entscheiden.
In der Schwangerschaft oder Stillzeit sollte man insbesondere stärkere Peelings und großflächige Anwendungen vorsichtshalber mit der behandelnden Ärztin oder dem behandelnden Arzt besprechen. Für eine einfache Gesichtspflege ist Zurückhaltung meist die angenehmere und sicherere Lösung.
Die kleine Entscheidungsregel für deine Routine
Ich würde mir nur drei Fragen stellen. Geht es vor allem um raue Oberfläche und einen fahlen Teint, spricht vieles für AHA. Sind Poren verstopft und glänzt die T-Zone stark, ist BHA meist passender. Reagiert die Haut schnell empfindlich, bietet PHA einen sanfteren Einstieg.
Entscheidend ist nicht die stärkste Säure, sondern eine Formulierung, die du regelmäßig und ohne Reizung anwenden kannst. Ein mildes Produkt, eine ruhige Hautbarriere und konsequenter Sonnenschutz bringen langfristig meist mehr als ein aggressives Peeling mit kurzfristigem Wow-Effekt.